Prof. Dr. Katja Stilz

Fokusthemen
Management Diagnostik und Entwicklung

Stationen

  • Geschäftsführende Gesellschafterin der Alto Consultants GmbH
    (ehemals lentze stilz stork gmbh)
  • Professorin für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius
  • Spezialistin und Führungskraft der Deutsche Telekom AG
  • Promotion im Bereich der Psychologie des Unternehmertums, Universität Landau
  • Studium der Psychologie, Universität Bonn

Im Gespräch mit Katja

Ist Veränderungsfähigkeit das Zauberwort?

Katja Stilz: »Ja – Beweglichkeit, Fähigkeit zur Selbststeuerung, Offenheit, Neugierde sind das A und O für persönlichen Erfolg. Gerade weil sich Abläufe und Aufgabenstellungen sehr schnell verändern können, ist die Fähigkeit, flexibel und schnell zu reagieren, von großem Vorteil. Die Herausforderung liegt darin, aus der Betrachtung der Ereignisse (die ja die Vergangenheit repräsentieren) den Schritt in folgende Handlungen zu tun (stellvertretend für die Zukunft) und nicht zu lange zu verweilen in einem Zustand der Nicht-Entscheidung. Darwin hat – anders als im Volksmund zitiert - auch nicht von den Stärksten, sondern den Anpassungsfähigsten im Sinne von Reagibelsten gesprochen.«

Was ist eigentlich Erfolg?

Katja Stilz: »Abstrakt gesehen das Resultat von Können, Wollen und Erfahrung. Aber wenn man Menschen konkret fragt, dann hat Erfolg sehr viele Facetten und die Beantwortung der Frage hat sehr viel mit der Person des Befragten und der Entwicklungsphase, in der sich diese Person gerade befindet, zu tun. Für mich hat Erfolg auf persönlicher Ebene sehr viel damit zu tun, ob und inwieweit ich mich mit meinen spezifischen Talenten, Neigungen und Vorerfahrungen ausprobieren und bewähren kann. Die Chance auf qualitativ und quantitativ wohldosierte Veränderung ist für mich ein entscheidender Faktor für berufliche Zufriedenheit. Und aus individueller Perspektive spiegelt sich der persönliche Erfolg maßgeblich in diesem Faktor wider. Akzeptiert man diesen Erfolgsbegriff, dann ist die klassische Personalberatung ein Herzstück.«

Ist es wichtig, das Neue zu suchen?

Katja Stilz: »Manchmal verlangt eine Unternehmenssituation tatsächlich das Neue, aber oftmals wird eher zu viel Neues in zu kurzer Zeit eingeführt und dann notgedrungen eher oberflächlich. Dann wird zuweilen das Gegenteil dessen, was erreicht werden sollte – nämlich Orientierung, Ausrichtung und Klarheit zu vermitteln – erreicht.

Weniger und besser … und hier sehe ich den Brückenschlag zwischen Neu und Qualität beziehungsweise eigentlich dann zwischen Quantität versus Qualität. Mein Lieblingswort ist hierbei ›Traktion‹, also die Zugkraft. Ein Prozess oder ein Instrument ist genau dann gut, wenn es zur Situation und den unternehmensspezifischen Bedingungen passend ist. Der Maßstab dafür ist die Traktion.«

Haben sich die Prozesse heute beschleunigt?

Katja Stilz: »Ja, das kann man ganz allgemein so feststellen. Wir erleben täglich, wie die Zeit, die für die Realisierung bestimmter Aufgaben zur Verfügung steht, zu schwinden beginnt und gleichzeitig die zu lösenden Aufgaben unverändert fordernd und sogar mit steigender Komplexität im Raum stehen. Dabei ist es ja so, dass man durch die wachsende Erfahrung eigentlich in die Lage versetzt wird, Aufgaben immer besser und effektiver zu lösen. Das ist aber in den seltensten Fällen so erlebbar. Dieser Aspekt ist nicht unproblematisch, denn Zeit zu haben ist eine wesentliche Voraussetzung für Qualität. Da ist man gefordert, sich mit entsprechenden Methoden zu helfen und zeitweise auch einmal bewusst zu ›entschleunigen‹.«